Ihr wisst, dass ihr euch um Krisenkommunikation kümmern müsst, bevor eine Krise kommt. Aber wo fangt ihr an?
Das Thema ist auch in der Wohnungswirtschaft komplex.
Gerade für kleine Teams oder Einzelkämpfer:innen rutscht die Vorbereitung der Krisenkommunikation immer wieder nach hinten, weil andere Themen dringender sind.
Brände, Unfälle, Datenpannen, Fehlverhalten, Cyberangriffe – alles schon vorgekommen.
Ich war zehn Jahre lang als Kommunikatorin in der Wohnungswirtschaft tätig und habe Erfahrung mit den unterschiedlichsten Szenarien (zum Glück haben sich nicht alle zu Krisen entwickelt 😊).
Vorbereitung hilft enorm, um in der Krise einen kühlen Kopf zu bewahren und überlegt handeln zu können.
➡️ Hier sind meine drei wichtigsten Punkte, mit denen ihr direkt loslegen könnt, um das Thema endlich in den Griff zu bekommen:
1️⃣ Bestandsaufnahme: Wie gut ist euer Unternehmen aufgestellt?
🔸 Habt ihr ein definiertes Krisenteam mit klaren Verantwortlichkeiten?
🔸Gibt es vielleicht sogar regelmäßige Krisenübungen?
🔸Ist die Kommunikation fester Bestandteil eures Krisenteams?
👉 Ob eine Organisation unbeschadet durch eine Krise kommt, hängt stark von ihrer Kommunikation ab. Über soziale Medien verbreiten sich Themen in Minuten. Wer nicht früh kommuniziert, verliert schnell die Deutungshoheit.
2️⃣Textbausteine: Erstellt Textbausteine für die wahrscheinlichsten Szenarien. So müsst ihr im Ernstfall nicht unter Druck passende Formulierungen finden.
Jeder Textbaustein sollte vier Elemente enthalten:
🔸 Schilderung der Sachlage und der Auswirkungen (soweit bekannt)
👉 Wichtig: Nur bekannte Fakten nennen, nicht spekulieren. Offen sagen, was (noch) nicht bekannt ist.
🔸 Einordnung und Reaktion des Unternehmens: Je nach Situation Verantwortung anerkennen („Wir nehmen den Vorfall sehr ernst.“ ) oder Empathie zeigen („Wir sind schockiert und tief betroffen.)
🔸 getroffene Maßnahmen nennen: „Wir haben umgehend …“,
🔸 Weitere Schritte nennen, nächstes Update ankündigen.
3️⃣ Verbreitung: Habt Kontaktdaten und Kanäle parat.
🔸Ansprechpartner und Kontaktdaten: Erstellt eine aktuelle Liste (auch ausgedruckt), inklusive Handynummern der Geschäftsführung.
🔸Intern vor extern: Informiert zuerst eure Mitarbeitenden über schnelle Kanäle (Intranet, E-Mail, App) – besonders die mit direktem Kontakt zu Mieter:innen.
🔸Alle erreichen: Klärt, wie ihr auch Kolleg:innen ohne festen Arbeitsplatz (z. B. Hausmeister:innen, Empfang, Servicefirmen) schnell und einheitlich informiert.
🔸Schnelle Ausspielung: Nutzt Website als zentrale Anlaufstelle, ergänzt durch Social Media und ggf. Pressemitteilungen.
🔸Stakeholder einbinden: Bereitet einen Verteiler vor und informiert Aufsichtsräte, kommunale Ansprechpartner und Lokalpolitik aktiv.
🌟 Ich unterstütze euch gern bei der Vorbereitung von Krisenkommunikation!